ÜBERSICHT



Vortrag von ZNE! Künstlerin Christin Lahr im WELTKUNSTZIMMER - LABOR FÜR KRITIK UND WEITSICHT | Düsseldorf

MACHT GESCHENKE: THE MAKING OF CAPITAL. Über die Ökonomie des Schenkens oder die Kunst, ein Nilpferd mit der Goldwaage zu wiegen.
Vortrag von Christin Lahr (Berlin, Leipzig) und Diskussion mit Sabine Maria Schmidt.
© the artist
 
Im Anschluss an die FREUNDLICHE ÜBERNAHME des Stuhls von Oberbürgermeister Thomas Geisel, die während des Veranstaltungstages stattfinden und am Abend vorgestellt wird, berichtet Christin Lahr auf selbigem sitzend über ihr Langzeitprojekt MACHT GESCHENKE: DAS KAPITAL - Kritik der politischen Ökonomie (Work in progress, 2009 - ca. 2052). Die Künstlerin, die seit dem 31. Mai 2009 wohlwollend jeden Tag 1 Cent an das Bundesministerium für Finanzen überweist, begegnet der herrschenden politischen Ökonomie mit bildhaften Einblicken in das Wesen von Bürokratie, sowie des Geld- und Zahlungsverkehrs. Sie kommuniziert über ökonomisches und symbolisches Kapital, Schuldverhältnisse, Mehrwerte, Wertschätzung, Wertschöpfung sowie Fragen der Macht. Das Projekt ist auf Dauer und Nachhaltigkeit ausgerichtet. Denn grundlegend nutzt sie die gängigen Überweisungsformulare, um im Verwendungszweck einen Klassiker der ökonomischen Weltliteratur auf das zentrale Konto des Staates zu transferieren: Karls Marx' “Kapital - Kritik der politischen Ökonomie".Jeweils 108 Zeichen bietet ein Überweisungsformular an. Der Transfer der ca. 15.709 Cents und 1696500 Zeichen dauert etwa 43 Jahre und wird im Staatshaushalt als ökonomischer Kapitalzuwachs verbucht. Die Wertsteigerung der Kapitalanlage durch Zins und Zinseszins ist hierbei noch ebenso wenig berücksichtigt wie die darin investierte Arbeitskraft und Lebenszeit oder die Wertschöpfung durch kulturelles und symbolisches Kapital. Die Mikrospenden bringen 1x täglich die Bilanz des Staates aus dem Gleichgewicht und dienen als Impulsgeber für eine Wertedebatte, die kontinuierliche Reflexionen und Nachhall erzeugt sowie nachhaltiges Voraus- und Nachdenken provoziert.

Christin Lahr, lebt und arbeitet als Künstlerin, Kuratorin und Professorin für Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Berlin und Leipzig.

Christin Lahr, brillante Analystin und vielschichtige Akteurin, wird auch mit einem Beitrag an der Ausstellung “Vom Wert der Kunst als Wert der Arbeit" teilnehmen, die am 29. April 2016 im WELTKUNSTZIMMER in Düsseldorf eröffnet wird.

Näheres: https://vimeo.com/19437027

Veranstaltungsort: Gästezimmer des WELTKUNSTZIMMER
WELTKUNSTZIMMER | Das Kunstzentrum der HPZ Stiftung
Ronsdorfer Str. 77b, 40233 Düsseldorf
Der Eintritt ist frei.

Zur Veranstaltungsreihe
LABOR FÜR KRITIK UND WEITSICHT ist eine Veranstaltungsreihe, die die Vorder-, Hinter- und Abgründe künstlerischer Projekte ins Visier rückt. Künstler- und Kulturschaffende haben in den letzten Jahren unterschiedlichste Strategien entwickelt, die sich abseits von Kunstmarkt, klassischen Medien und Institutionen entfalten und neue Rezeptionsformen einfordern. Wie reagieren Künstler-, Kurator- und AutorInnen auf die starken gesellschaftlichen Veränderungen, die seit Jahren unter den Schlagworten “Kapitalismus, Krise, Konsum und Kontrolle" verhandelt werden? Welche Positionen nehmen sie ein? Und wie werden diese verhandelt? So wie sich Kunst mit den ökonomischen Rahmenbedingungen, in denen sie existiert, auseinandersetzen muss, hinterfragen diejenigen, die diese Bedingungen schaffen, auch die Tätigkeit der KünstlerInnen. In der “Existenzform des Künstlers" wird zunehmend ein “Effizienzmodell" gesehen. Längst ist sie kein Gegenentwurf zum Unternehmertum mehr, sondern gilt als Modell westlicher Arbeitsökonomie. Doch die subversive Kraft der Kunst blüht nach wie vor.


Die Veranstaltungen finden monatlich, jeweils mittwochs, um 19 Uhr im GÄSTEZIMMER des WELTKUNSTZIMMERs statt.
http://weltkunstzimmer.de/weltkunstzimmer-home/details/news/weltkunstzimmer-labor-fuer-kritik-und-weitsicht-6/

WELTKUNSTZIMMER - Das Kunstzentrum der HPZ Stiftung
Ronsdorfer Str. 77a, D-40233 Düsseldorf
U-Bahn 75, Haltestelle Ronsdorferstraße
Tel: +49 211 730 81 40
Fax: +49 211 733 11 75
Mail: info@weltkunstzimmer.de


Öffnungszeiten während der Ausstellungen:
Donnerstags bis sonntags, 14.00 - 18.00 Uhr.
Büroöffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, jeweils 10.00 - 18.00 Uhr.
Von 








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ZNE! in Chile

Am 9. Juni 2017 eröffnete Kuratorin Adrienne Goehler zum 16. Mal "zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit", diesmal im Parque Cultural de Valparaíso, Chile. Diese Ausstellungsstation wird ermöglicht durch die Heinrich Böll Stiftung Cono Sur, dem Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam und dem Goethe-Institute Chile.

Ko-kuratiert von Rodolfo Andaur kommen den 62 internationalen Künstler*innen die chilenischen Künstlerinnen Aninat-Swinburn, Natascha de Cortillas, Vania Caro Melo, Claudia Müller, Guisela Munita, und Alejandra Prieto hinzu.

Hier geht es zu den Fotos der Ausstellung, die vom 10.6. - 12.8.2017 geht.

Das IASS und das Regionalbüro Cono Sur der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) starten die innovative Veranstaltungsreihe "mundos sostenibles" in Chile, um den Dialog an der Schnittstelle zwischen Kunst, Politik und Nachhaltigkeit voranzubringen. Das Programm umfasst Podiumsdiskussionen, Workshops, Führungen, Darbietungen und Videovorführungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Die Veranstaltungen werden vom 9. Juni bis zum 13. August 2017 im Parque Cultural Valparaiso und anderen Orten in der Stadt stattfinden.

Das Dialogprogramm in Valparaíso gruppiert sich um vier thematische Achsen:

1) „Territorien und Ressourcen: umstrittene Entwicklungsmodelle“ (8. – 11. Juni)

2) „Nahrungsmittelsouveränität und die Herausforderungen des Klimawandels“ (29. Juni – 2. Juli)

3) „Wasser: Privateigentum oder Gemeingut?” (3. – 5. August)

4) „Städte und Bürger der Zukunft“ (10. – 12. August)


Weitere Informationen


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Stimmen für einen Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit als Forderung an Bundesregierung und Bundestag u.a. von Prof. Dr. Klaus Töpfer, Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Patrizia Nanz, Olafur Eliasson, Dr. Wilhelm Krull, Dr. Michael Otto und Amelie Deuflhard.


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