Dina Shenhav

Dina Shenhav
Dina Shenhav, Scenario, Gutman Art Museum, 2011
Scenario installation view

Shenhavs Arbeiten laden den Betrachter ein, auf Wegen voller
Zerstörung und Verfall zu spazieren und hinterfragen somit
bekannte Arten der Wahrnehmug und erweitern unsere vorgefassten
Begriffe von Schönheit. Somit erschließt die Begegnung
mit den Körpern gefällter Bäume Orte des Mangels. Eine Achse,
die durch Zeitalter und Territorien geht, Kreuzungen ohne Trost,
alles von der Katastrophe beherrscht.
Dies ist eine Dichtung, die danach sucht, das zu hören, was
nicht sofort zu hören ist – wissenschaftlich gemessen und klassifiziert
und in vernünftige Kategorien eingeteilt. Sie bietet keine
Erklärungen und versucht nicht, eine Sache durch eine andere
auszutauschen, sondern ermöglicht Momente der Nähe, die
gleichzeitige Erscheinung eines Dings und seines Gegenteils als
Beweis für eine komplexe Erfahrung voller Widersprüche.
Wir können Shenavs Arbeit von einem Ort der Korrespondenz
mit kreativen und literarischen Traditionen aus lesen, die
notwendigerweise eine Form der Kritik und Negation enthalten.
In dem Sinne, dass, obwohl der verletzte Körper, der gefällte
Baum, das Bild der Glasscherbe oder des zerbrochenen Steins,
ein Stück Schwamm – alle diese Dinge – irreparabel sind, sie
aufhören, sich vergangenen Sorgen hinzugeben.
Sie erscheinen als amputierte Gliedmaßen, bestehend aus
Schwamm und gefällten Baumstämmen, die akkurat nach Größe
und Form arrangiert sind. Die Arbeit End of the Forest –
die Weiterführung oder der Abschluss einer früheren Arbeit namens
Dog – suggeriert die Abwesenheit von Leben. Die Namen
oder Gegenstände verweisen auf Dürers Kupferstiche. Seine
Melencholia I (1514) zeigt eine sitzende Frauenfigur mit Flügeln,
still nach vorne gebeugt, mit einem Ausdruck von Hoffnungslosigkeit
und Stillstand in ihrem geschwärzten Gesicht.
Ein winselnder Hund liegt auf dem Boden, daneben eine Kristallkugel.
Der Stich schlägt wie Shenhavs Skulptur Verbindungen
zwischen verzweifelten und hoffnungslosen Zeichnungen,
entwickelt von leblosen Gegenständen und geometrischen, mathematischen
Szenarien oder mystischen Konfigurationen und
Messgeräten, die alle Teil der selben negativen Prophezeiung
über das falsche Versprechen der Welt der Technologie sind.
Text: Michal Ben-Horin, aus: Paths of Destruction








Nächsten Veranstaltungen:

Samstag, 21. September, 10:00
Brühler Park
Aufräumaktion mit World Cleanup Day – Let’s Do It! Germany e.V. und Fridays for Future Erfurt

Sonntag, 22. September, 14:00
Finissage Gespräche unter dem Feigenbaum: »Wachsen oder Innehalten – wie werden wir in Zukunft leben?« mit Prof. Dr. Maja Göpel, Adrienne Goehler und Dr. Peter Heller.

Aktuelles Dialog Programm hier


***

Wir trauern um unseren Freund und Stifter, den Künstler und Philosophen Prinz Rudolf zur Lippe, verstorben am 6. September 2019.
"Er brachte das Denken zum Tanzen" und die Menschen in Bewegung.
Während der Ausstellung in Erfurt, die in der Kirche des Augustinerklosters Arbeiten aus dem Zyklus "Von den Vögeln lernen" zeigt, wollte er mit uns darüber sprechen, und was sie mit Goethe und Alexander von Humboldt zu tun hat.
Wir werden ihn nicht nur dabei vermissen.

Am 14.9. 2019, 19:00 im Kreuzgang und am 15.9.19, 09:30 im Gottesdienst werden wir seiner gedenken.


***

18. ZNE! Station ERFURT


von 28.7.2019 bis 22.9.2019

Fotos der Ausstellungsstation in Erfurt hier!


***

ERÖFFNUNG


am Samstag 27. Juli 2019, 17:00

AUSSTELLUNGSORT


Galerie Waidspeicher und
Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

Michaelisstraße 10, 99084 Erfurt

Augustinerkloster
Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt

Die Künstler/innen in Erfurt:
Konstantin Bayer
Enrico Freitag
Saori Kaneko & Richard Welz
Michal Schmidt
Linda Schumann & Tonia Schmitz

_________Initiiert vom Beirat zur _____Nachhaltigen Entwicklung in ______Thüringen, unterstützt vom Thüringer Ministerium für Umwelt, ________Energie und Naturschutz
und der __Landeshauptstadt Erfurt




*****Join us on facebook******