Xing Danwen – disCONNEXION, 2002/03

Xing Danwen
ETrash_Reality

Meine Absicht ist es, eine bildliche Darstellung der Moderne
des 21. Jahrhunderts zu skizzieren. Ich wähle sorgfältig
direkte und intime Momente aus, um die Gegenstände, die
ich finde, zu fotografieren. Die ästhetische Schönheit der Bilder
hebt die fotografierten Objekte fast aus ihrem gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Zusammenhang heraus. Aber ich
kann die Tatsachen und die Wirklichkeit dessen, was ich sehe,
nicht vergessen.
Im Sommer 2002 reiste ich zum wiederholten Male nach
Guangdong. Entlang der Küste recyclen 100 000 Einheimische
und Wanderarbeiter aus Westchina unter harten ökologischen
und sozialen Bedingungen Elektromüll. Japan, Südkorea und
die USA, der größte Exporteur, laden ihren Schrott hier ab.
Wir leben in der Informations- und Kommunikationsära
und sind deshalb auf diese Hightech-Geräte des modernen Lebens
angewiesen. Maschinen sind zutiefst in unseren täglichen
Aktivitäten verwurzelt und frühere Arbeitsweisen ersetzt. Millionen
neu gekaufter Produkte ersetzen, was weggeworfen wurde.
Die riesigen Haufen von toten und auseinandergenommenen
Maschinen, mit der überwältigenden Zahl von Kabeln,
Drähten, Chips und Teilen, der deutlichen Angabe von Firmennamen,
Modellnummern und sogar einzelnen Angestellten, haben
mich schockiert.
Modernisierung und Globalisierung formen die Urbanisierung.
In China erlebe und erfahre ich die Veränderungen, die
unter dem Einfluss der westlichen Moderne stattfinden. Diese
Veränderungen haben zu einem starken und mächtigen Entwicklungsschub
in meinem Land beigetragen, aber gleichzeitig
sind diese Mächte mitschuldig an dem ökologischen und gesellschaftlichen
Albtraum, der in abgelegeneren Gegenden von China
stattfindet.
Ich habe in Übersee gelebt und ich reise oft zwischen meinem
Mutterland und dem Westen. Dies hat mein Bewusstsein
über die Konflikte zwischen Moderne und Tradition, Träume
und Wirklichkeit geprägt. Diese Themen haben größere Bedeutung
sowohl in meiner künstlerischen Praxis als auch in meinen
persönlichen Anliegen erhalten, und haben zu disCONNEXION
geführt.
Der Werkkorpus besteht aus mehr als 40 Bildern. Eine Zahl
identifiziert jede Arbeit. Das Konzept ist, mehrere Bilder zu kombinieren
und eine Installation zu schaffen, die die unendliche
Größe des Problems sowie die unerträglichen Details, die ich in
diesen Elektro-Brachen erlebt habe, vermitteln.








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Die 17. Station von ZNE! wird am Mittwoch den 18. April um 18:00 in Bonn eröffnet.

Ausstellungsort:
Ehemalige Volkshochschule
Kasernenstraße 50
53111 Bonn

Laufzeit: 19.4.-10.6.2018

Partner:
#17Ziele, ein Projekt von Engagement Global
und Deutsches Institut für Entwicklungspolitik in Zusammenarbeit mit SDSN Germany

Gefördert durch:
Fonds Nachhaltigkeitskultur des Rats für Nachhaltige Entwicklung

Ein Beitrag zu den Deutschen Aktionstagen für Nachhaltigkeit 2018 und die Europäische Nachhaltigkeitswoche 2018.

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Bilder von ZNE! 2017 im Parque Cultural de Valparaiso, Chile hier .

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17. Ausstellungsstation Bonn 2018

Mit herzlichen Dank auch an die Deutsche Telekom AG, Beethovenstiftung Bonn, Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn und Kunstmuseum Bonn.