Clement Price-Thomas – The Guide

Clement Price - Thomas

The Guide, 2007 – 09
Beatmungsmaschine, Blätter, Dimensionen variabel.


Clement Price-Thomas - The Guide from Funkjunge on Vimeo.


Manchmal prägt die Biografie eines Künstlers die Entwicklung seiner Arbeit mit prophetischer Bestimmtheit. Der in Großbritannien geborene Clement Price-Thomas ist ein solcher Künstler. Der Sohn und Enkel zweier prominenter Chirurgen wuchs in einer Art mentalem Operationssaal auf, studierte mit seinem Vater Anatomie und beugte sich über von seinem Großvater entworfene chirurgische Instrumente. In einer solchen Welt verstand er bald, dass das Leben sich mit einem Schlag verändern kann – und dass darin seine Kostbarkeit liegt –, aber auch, dass umgekehrt die Natur und der menschliche Körper »unendliche Kraft und Erfindungsgabe« besitzen. Diese doppelte Erkenntnis durchdringt seitdem sein Denken und definiert eine quasi wissenschaftliche Beziehung zur Kunst, in der Experimentieren, Metamorphose und Kreisläufe des Wachstums und Verfalls sowohl Metapher als auch Methode werden.
In der Tat ist Price-Thomas im Innersten eine Art Alchemist. Seine Skulpturen und Malereien verändern und aktivieren die natürlichen Eigenschaften von Materialien wie Blut, Salz, Luft, Schimmel, Knochen und Wasser durch technologische Eingriffe. Seine frühesten Arbeiten waren Studien dieser Wechselbeziehung, die die Grenze zwischen künstlichen und natürlichen Umgebungen verwischen, z. B. als er auf den Bahamas künstliche Korallen schuf (1991). Spätere Arbeiten vereinigen das Synthetische mit dem Biologischen; ein gutes Beispiel dafür sind die Heart Studies (2001–2005), eine Serie von anatomisch geformten Herzen aus Neonröhren, die nach und nach von Kristallstrukturen aus Salz überwuchert werden.
Natürlich ist Price-Thomas Künstler und kein Wissenschaftler oder Chirurg, aber viele seiner Werke sind im Grunde phänomenologisch und erkunden unsere Wahrnehmung des Bewusstseins durch eine intuitive Auseinandersetzung mit der Umgebung. Serpentine Project, eine noch nicht abgeschlossene Arbeit, die auf den Serpentine and Long Water Lakes (Hyde Park, London) installiert wird, präsentiert großformatige Kreise, die auf der Wasseroberfläche erscheinen und wieder verschwinden und deren Sichtbarkeit von Wetter und Licht sowie der Position des Betrachters abhängt. Auf ähnliche Weise arbeitet auch The Guide (2008 | 09), eine Skulptur, deren äußere Form wie ein Haufen Laub aussieht, mit dem Unerwarteten. Der Laubhaufen hebt und senkt sich mit dem weichen, rhythmischen Tempo eines ruhenden Atems – eine Illusion, die durch eine künstliche Atemmaschine verursacht wird; sie stört beim Betrachter den Sinn für das Gewöhnliche und, wie alle Werke von Price-Thomas, steigert unser Bewusstsein für die Lebenskraft in uns allen.
Text: Jane Harris








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Die 16. Ausstellungsstation von ZNE! in Valparaíso ist vom chilenischen Kreis der Kunstkritiker*innen zur besten Internationalen Ausstellung des Jahres 2017 in Chile gekürt worden.

Diese Station wurde vom 10.6.17 – 12.8.17 im Parque Cultural de Valparaíso gezeigt und ermöglicht von Heinrich Böll Stiftung Cono Sur, Institute for Advanced Sustainability Studies IASS, Potsdam und Goethe-Institute Chile.

ZNE! dankt allen Künstler*innen, Partner*innen, Techniker*innen und Helfer*innen, die das hier möglich gemacht haben.

Hier geht es zu den Fotos der Ausstellung.


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Stimmen für einen Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit als Forderung an Bundesregierung und Bundestag u.a. von Prof. Dr. Klaus Töpfer, Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Patrizia Nanz, Olafur Eliasson, Dr. Wilhelm Krull, Dr. Michael Otto und Amelie Deuflhard.


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