Jens Burde – Bambus - Eine Weltanschauung

Ein Schreiner in Hamburg hat mir mal einen Trick gezeigt, nämlich Gehrungen nur mit Klebeband als Hilfsmittel zu verleimen. Als ich ihn daraufhin leicht misstrauisch ansah, sagte er zu mir: »Glöv mi dat, mijn jong, dat hält nach.« Im bayerischen Kulturkreis aufgewachsen war ich froh, »das hält« zu verstehen. Er wurde der Schreiner meines Vertrauens. Mittlerweile ist er in Pension.

Ich liebe diesen einfachen Trick, denn selbst wenn Drumherum alles auseinander fällt, diese Verbin-dung hält nach. Über diese fühle ich mich bis heute verbunden mit dem Schreiner. Es ist diese Verbundenheit, so einfach her-gestellt, die mir Halt gibt, gerade wenn ich das Gefühl habe, dass sich scheinbar viel wichtigere Beziehungen auflösen.
Bei meiner Aktion »von der Bohle zur Bank in drei Stunden« konnte, wer wollte, in meiner Werkstatt sein eigenes Möbel aus alten Bohlen eines Abrisshauses bauen. Die glücklich grinsenden Gesichter der Menschen, die mit ihrer Bank unterm Arm aus der Werkstatt liefen zeigten für einen Moment diese Verbundenheit.
Auch als ich 2010 einen Text über Bambus für das Lesebuch dieser Ausstellung schrieb, ging es mir um diese Verbundenheit. Nandine Flores ist eine Frau, die mit einem riesigen Vertrauen Fragen begegnet, die sich ihr durch die genaue Beobachtung ihrer Umgebung stellen. Dies tut sie in tiefer Verbundenheit mit der Natur und diese gründet sich immer wieder in der Arbeit mit der Pflanze Bambus.
Mein eigenes Steckenpferd ist ebenfalls Bambus. Meine Reisen durch Asien und Südamerika ließen es wachsen und es erscheint mir immer wundervoller. Bambus bindet mehr CO2 und wächst ohne nachzuhelfen schneller als die meisten anderen Pflanzen. Die Festigkeit von Bambus ist enorm. Wirklich nachhaltig aber ist der Umgang mit dem Bambushalm selbst. Er bringt durch seine Beschaffenheit in seiner natürlich gewachsenen Form bereits so einzigartige Eigenschaften mit, dass er mit ganz einfachen Verbindungen zu Möbeln verarbeitet werden kann. Damit möchte ich Verbundenheit schaffen. Winterfeste Bambusarten wachsen auch in unserer Region zu nutzbaren Größen heran. Deshalb pflanzt Bambus, lasst ihn wachsen und baut Euch daraus Eure Möbel selbst. Die nötigen Tricks dazu gibt’s von mir.

Mehr Info über Jens Burde








18. ZNE! Station ERFURT


von 28.7.2019 bis 22.9.2019

Fotos der Ausstellungsstation in Erfurt hier!

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Nächste Veranstaltung:

Mittwoch 28.8.2019, 8:45-13:30

Die Apfelstädt bei Apfelstädt im Rahmen der Erfurter Schöpfung

Mit dem Fahrrad Fluss-Wildnis erkunden. 25 km an der Apfelstädt und der Gera. Leitung: Stephan Gunkel (Flussbüro)

Start Hauptbahnhof Erfurt. Mit der Bahn bis Apfelstädt und mit dem Fahrrad entlang der Gera mit vielen Zwischenstationen bis ins Zentrum von Erfurt. Ein eigenes Fahrrad wird benötigt.

Wir bitten um Anmeldung: ErfurterSchoepfung@gmx.de

Teilnahme kostenfrei!


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Aktuelles Dialog Programm hier

ERÖFFNUNG


am Samstag 27. Juli 2019, 17:00

AUSSTELLUNGSORT


Galerie Waidspeicher und
Kulturhof zum Güldenen Krönbacken

Michaelisstraße 10, 99084 Erfurt

Augustinerkloster
Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt

Die Künstler/innen in Erfurt:
Konstantin Bayer
Enrico Freitag
Saori Kaneko & Richard Welz
Michal Schmidt
Linda Schumann & Tonia Schmitz

_________Initiiert vom Beirat zur _____Nachhaltigen Entwicklung in ______Thüringen, unterstützt vom Thüringer Ministerium für Umwelt, ________Energie und Naturschutz
und der __Landeshauptstadt Erfurt




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